Modellübersicht Porsche 996

20.10.2022| Von: Moritz Mahler

Der erste wassergekühlte Porsche 911 – Generation Porsche 996

Die 5. Generation des Porsche 911 ist die erste wassergekühlte Generation der Porsche 911 Modellreihe. Der Wechsel von luftgekühlten auf wassergekühlte Motoren im Heck des Porsche 911 hat Porsche als Unternehmen gerettet und war unter anderem auch wegen Emissionsvorschriften notwendig. Eine gestiegene Profitabilität wurde unter anderem durch identische Fahrzeugteile mit dem kleinen Bruder, dem Porsche Boxster 986 erreicht. Berühmtestes Ergebnis dieser Sparpolitik war die Scheinwerfereinheit in welcher fünf Funktionen Abblendlicht, Fernlicht, Blinker, Standlicht und Nebelscheinwerfer in einem Bauteil verbaut wurden. Lange Zeit gehasst erhalten die “Spiegeleier“ als Alleinstellungmerkmal der fünften Generation des Porsche 911 mittlerweile viel positive Aufmerksamkeit. Es ist und bleibt ein Alleinstellungsmerkmal in der gesamten Historie des Porsche 911. Kein vorher gebautes Porsche-Modell war vorher in diesen Stückzahlen auf dem Markt. Insgesamt wurden 175262 Stück gebaut.

Facelift / vor-Facelift

Grundsätzlich gibt es beim Porsche 996 vor-Facelift-Modelle (vFL) von 09/1997 bis 08/2001 und Facelift-Modelle (VL) von 09/2001 bis 07/2006. Ab dem Facelift wurden die Scheinwerfer durch anders gestaltete Klarglas-Scheinwerfer ersetzt. Diese sollten den Porsche 911 gegenüber dem Porsche Boxter weiter abgrenzen.

Produktionszahlen des Porsche 996

 Coupé CabrioTarga
Carrera (3,4)3113523598 
Carrera 4 (3,4)126439411 
Carrera (3,6)165219249 
Carrera 4 (3,6)323171555142
Carrera 4S172985757 
Turbo220623534 
Turbo S600963 
GT3 MK11868  
GT3 MK22589  
GT3 RS682  
GT2 MK1 963  
GT2 MK2324  
Carrera „40 Jahre 911“ 1963  
Carrera 4 „Millenium“911  

Porsche 996 Modellübersicht | Was macht das jeweilige Modell aus?

Porsche 996 Carrera 2 / Porsche 996 Carrera 4

Der Porsche 996 zeichnet sich im Gegensatz zum Porsche 964 durch in die Kotflügel integrierte Scheinwerfer aus. Im Unterschied zum direkten Vorgänger dem Porsche 993 wurde das Auto deutlich länger und breiter. Der Porsche 996 erinnert mehr an einen komfortables und täglich nutzbares KFZ als an einen spartanischen Sportwagen. Sowohl der Porsche 996 Carrera 2 als auch der Porsche 996 Carrera 4 besitzen die schmale Karosserie der Porsche 996 Baureihe. Der Innenraum veränderte sich im Vergleich zu den luftgekühlten Vorgängern 964 und 993 deutlich und wuchs im Hinblick auf das Platzangebot ebenfalls enorm im Vergleich zum Vorgänger. Beide Modelle gibt es auch als Targa.

Porsche 996 Carrera 4S

Porsche präsentierte im Jahr 2001 den neuen Porsche 996 Carrera 4S. Er zeichnet sich vor allem durch eine verbreiterte und wenig tiefer gelegte Karosserie sowie serienmäßige 18 Zoll Felgen aus. Der 3,6-Liter Boxermotor mit 320 PS gibt seine Kraft serienmäßig an alle vier Räder ab. Die Frontstoßstange, die Heckschürze und die Seitenschweller entsprechen denen des Porsche 996 Turbo. Ebenfalls ist eine vergrößerte Bremsanalage verbaut. Auf den Porsche 911 Turbo typischen Heckspoiler und die Lufteinlässe an den hinteren Kotflügeln wurde verzichtet. Als absolutes Alleinstellungsmerkmal trägt der 4S in der fünften Generation des Porsche 911 das durchgehende Leuchtband. Dieses 11er typische Designelement, welches beide Rückleuchten optisch miteinander verbindet, ziert in den vorhergehenden Generationen das Heck des Fahrzeugs und wurde auch in den nachfolgenden Generationen wieder häufiger aufgenommen. Besonders das wunderschöne Heck des Porsche 996 C4S erfreut sich sehr großer Beliebtheit in der Porschegemeinschaft. Es gilt als eins der besten in der gesamten Porsche 911 Modellreihen Geschichte. Auch die Front mit den großen Lufteinlässen verstärkt den bulligen und Porschetypischen Auftritt des Porsche 996 C4S

Porsche 996 Turbo / Turbo S

Der Porsche 996 Turbo hat wahrscheinlich den haltbarsten Motor in der 996 Baureihe. Den sogenannten Metzger-Motor. Die GT-Modelle des Porsche 911 sowie die Turbo Modelle des wassergekühlten Porsche 996 und 997 wurden mit diesem ausgerüstet. Der Unterschied besteht vor allem in einer verbesserten Ölrückführung für die Trockensumpfschmierung und eines zweiteiligen Aluminium Kurbelgehäuses anstelle eines mehrteiligen. Mit Ausnahme der Einstiegsleisten ist der Innenraum unverändert zum Standard Porsche 996. Mit unglaublich beruhigender Sicherheit drückt der Porsche 996 Turbo nach vorne. Beschleunigung und Langstreckentauglichkeit sind auch im Vergleich zu heutigen modernen Autos immer noch faszinierend. Die 420 PS beschleunigen den Porsche 996 Turbo mit Leichtigkeit über die 300 km/h. Ab dem Jahr 2002 war sogar noch die Werksleistungssteigerung (WLS) X50 bestellbar welche die Leistung des Turbos auf 450 PS steigerte. Weiterhin optional war die Porsche Ceramic Composite Brake (PCBB) erhältlich. Hier gilt wie jede Komponente im Turbo. Wenn Austausch notwendig ist oder defekt, dann ist dies nochmal ein deutliches stück teurer beim normalen Porsche 911. Kein anderes KFZ bietet aber so viel Porschepower, Vielseitigkeit und Alltagstauglichkeit für einen noch realistischen Kaufpreis.

Porsche 996 GT und Sondermodelle

Die Porsche 996 GT Modelle bieten im Gegensatz zum erwachsenen alltagstauglichen Porsche 996 mehr Motorsporttauglichkeit und Emotionen. Auch Clubsport Pakete waren bestellbar für weitere Ausstattungsmerkmale wie Sechspunktgurte, Schalensitze, Überrollbügel und Leichtbaukomponenten wie Kofferraum und Motorhaube oder manueller Außenspiegelverstellung oder Türgriffe.

996 GT3

Das wohl relevanteste GT-Modell in der Porsche 996 Modellrange ist der Porsche 996 GT3. Dieser unterscheidet sich äußerlich vom normalen Porsche 996 in Form einer anderen Frontschürze ohne große (4S und Turbo) Lufteinlässe, veränderte Seitenschweller und einen feststehenden Heckflügel. Weiterhin sind noch gewichtsoptimierte 18 Zoll Felgen an Bord.

Porsche 996 GT3 RS

Der Porsche 911 GT3 RS wurde 2003 vorgestellt. RS steht hierbei für Rennsport. Die RS-Seitenaufkleber und die blauen oder rot lackierten Leichtbau Alus verbinden den Porsche 996 GT3 RS mit historisch wichtigen Porsches wie dem Carrera 2.7 RS der frühen 1970er Jahre. Die RS Modelle sind nochmal mehr Leichtbauorientiert. Mit einer Heckscheibe aus Polycarbonat, Leichtbauhaube und Heckflügel war er nochmal leichter als der Porsche 996 GT3. Optional war die PCCB bestellbar. Die Dämpfer sind nochmal zwischen 10 und 15 Prozent steifer als beim Porsche 996 GT3 und auch die Motorspezifikation wurde etwas geändert. Porsche gab im Datenblatt zwar dieselben 381 PS wie der Standard GT3 an, jedoch zeigte sich bei mehreren Dyno-Tests ein Sprung auf fast 400 PS.

996 GT2

Der Porsche 996 GT2 hat weder das Porsche stability Management noch eine Traktionskontrolle. Es ist das absolute Flaggschiff der straßenzugelassenen 996 Baureihe. Er neigt zum Übersteuern und ist eine Offenbarung für jeden ambitionierten Fahrer. Wer sich für einen Porsche GT2 interessiert sollte bereits hinlängliche und langjährige Erfahrungen im Besitz und Unterhalt von Porsche-Modellen haben. Zu beachten sind die mitunter vielen Unterschieden zwischen Facelift-Modell ab 2004 und MKI (2001 bis 2003). Etwa 20 PS mehr, weniger Gewicht und verändertes Fahrwerk sowie die geringen Stückzahlen von 325 für das Faceliftmodel sind zu beachten und haben natürlicherweise deutliche Auswirkungen auf die Preisfindung am Gebrauchtwagenmarkt. Gute Dokumentation und wenig Rennstreckenbetrieb sind ebenso Wertsteigernd zu werten. Viele GT2 sind nicht auch aufgrund des häufigen Einsatzes auf Rennstrecken nicht unfallfrei.

Porsche 911 Jubiläumsmodell 40 Jahre

Porsche bot zum 40-jährigen Jubiläum der Modellreihe 911 ein 1963 mal gebautes Sondermodell mit reichhaltiger Sonderausstattung an. Für den Autor Moritz Mahler ein absoluter Geheimtipp. Das Sondermodell hat die richtigen Sonderoptionen, limitierte Stückzahl, starken Motor und Heckantrieb. Leider nur das schmale Heck. Wer ein fahraktiven, gut ausgestatteten und limitierten Porsche 911 für einen fairen Preis sucht ist beim Porsche 911 Jubiläumsmodell 40 Jahre sehr gut aufgehoben.

Basis ist die schmale Karosserie des Porsche 996 Carrera. Der Motor erhielt das WLS-Paket (X51) bekannt aus dem aus dem 4S und leistet so 345 PS. Alle Autos wurden im GT-Silbergrau Metallic Lack des Carrera GT ausgeliefert mit passenden hochglanzpolierten 18 Zoll Alurädern. Die Frontstoßstange stammt vom Turbo oder 4S Modell, das Heck jedoch bleibt schmal. Den Innenraum ziert eine ausführliche Sonderlederausstattung mit einem Schiebedach und Klangpaket (Bose). Weiterhin sind Sportsitze mit in Wagenfarbe lackierten Rückschalen mit an Bord. Auch die Mittelkonsole, die Zierleisten und die Handbremshebelabdeckung sind in Wagenfarbe lackiert. Mit an Bord sind neben Xenon-Scheinwerfern ebenfalls das Sportfahrwerk (10mm tiefer) sowie ein Sperrdifferenzial und Klappenauspuffanlage.

Porsche 911 Millennium Edition

Zur Jahrtausendwende legte Porsche ein weiteres Sondermodell des Carrera 4 auf. Mit 911 Fahrzeugen im Sonderlack Violettchromaflair und Zimtbraunen Volllederausstattung mit Wurzelholz und Aluminumintarsien. Eine gewagte Farbkombination in kombination mit der geringen und limitierten Fahrzeuganzahl kann Sammlerwerte erreichen, muss es aber nicht.

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